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Notiz aus dem Feldbuch Imaginal

Der Schwamm und die Stille

Mein Pro­blem be­steht nicht darin, in die Stil­le ein­zu­tau­chen. Die Her­aus­for­de­rung be­steht darin, aus ihr wie­der auf­zu­tau­chen und mich wie­der zu einem all­tags­fä­hi­gen, in­ter­agie­ren­den Wesen zu­sam­men­zu­set­zen. Das be­deu­tet nicht, dass ich mich in der Stil­le auf­ge­löst und ver­lo­ren habe. Ein Schwamm löst sich nicht auf, wenn er in Was­ser ge­taucht wird – was schließ­lich sein Ur­sprung ist. Aber er wird völ­lig durch­nässt und dient als Gefäß für das Was­ser, als wäre das sein ein­zi­ger Sinn. In ähn­li­cher Weise löse ich mich nicht in ima­gi­na­ler Stil­le auf. Ich werde völ­lig durch­stillt – es fühlt sich an, als wäre das im Mo­ment mein gan­zer Sinn. »Wie­der zu­sam­men­set­zen« war also von vorn­her­ein die fal­sche Be­zeich­nung. Trock­nen. Ich trock­ne wie­der aus. Und doch ... Ich gehe ge­wis­ser­ma­ßen in die Ge­schich­te ein – so, wie Was­ser in den Schwamm hin­ein ver­schwin­det, ohne auf­zu­hö­ren, Was­ser zu sein. Bin ich dem­nach eher das Was­ser als der Schwamm? Oder bei­des, je nach Per­spek­ti­ve?

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