Notiz 3 | Können Worte die Welt verändern?

Können Worte die Welt verändern?
Lucas Martainn

In der dritten Folge von Season 2 geht es um die Kraft der Worte: darum, wie sie Wirklichkeit öffnen – und wie sie durch Gebrauch, Missbrauch und Vereinnahmung ihre Lebendigkeit verlieren können.

Was braucht es, damit Worte sich wieder unter Menschen wagen? Und können neue – oder vielmehr originale – Worte uns helfen, uns selbst und die Welt neu wahrzunehmen?

In Season 2 von Lucas Martainn liest folge ich den Spuren meines Feldbuchs Imaginal – Wenn die Welt antwortet.


»Können Worte die Welt verändern? Worte verändern, was wahrnehmbar, sagbar und handlungswirksam werden kann. In diesem Sinn gestalten sie Wirklichkeit. Sie können Welten eröffnen und Welten verengen oder verschließen. Ein Verlust von Worten ist daher auch ein Verlust von Zugängen zur Wirklichkeit.

Worte sind belastet und können uns daher entfremden, weil wir, durchaus berechtigt, eine Abwehrhaltung gegen sie entwickelt haben. Selbst und gerade einst heilige, tiefe Worte. Sie wurden verstaubt, funktionalisiert, moralisiert, dogmatisiert; vereinnahmt, missbraucht – man kann Worte missbrauchen, sie zerstören, ihnen ihre Würde nehmen, sie unkenntlich machen.
Ich will neue Worte sich zeigen lassen, will sie würdigen; ich glaube, so könnte man mein Schreiben zusammenfassen. Nicht originelle Worte, sondern originale.

Einige Wörter brauchen lange, bis sie sich wieder unter Menschen wagen.

Können Worte die Welt verändern?
Die Sprache hat die Kraft, uns uns selbst bekannt zu machen.«


Lucas Martainn
Imaginal – Wenn die Welt antwortet

Mehr Infos zum Buch finden Sie hier.

Weiter
Weiter

Notiz 2 | Ich verstehe nicht und bin doch im Dialog